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Wegen "unnationalsozialistischer Lebensweise" sitzt der Maler Rudolf Schlechter 1938 in Berlin-Erkner in Untersuchungshaft. Der Grund ist sein als skandalös empfundenes Verhalten, das er zusammen mit seiner Frau "Speedy" an den Tag legt. Er nutzt diese Gelegenheit, um sein Leben mit "Speedy" aufzuschreiben. In 260 kurzen Kapiteln steuern all die Abenteuer und Betrachtungen auf eine "andere" Ästhetik des Widerstands zu – strikt individualistisch, sexuell. Schlechter, der Masochist, der Mann, der eine Frau sein möchte, misstraut den gängigen Widerstandsnarrativen. Das, was den erotischen Außenseiter antreibt, schenkt ihm gleichzeitig einen entwaffnend unverstellten Blick auf die Welt. Skandalös, bohrend und unterhaltend beschreibt und seziert er die anderen – und sich selbst immer mit. Florian Havemann liest aus seinem Roman "Speedy".
MIT Florian Havemann, Kiki (Pantomime), Omnia (Schlagzeug)