Autor und Musiker Hendrik Bolz rückt mit seiner neuen diskursiven Gesprächsreihe "Aus Ruinen", die im Laufe der Spielzeit an wechselnden Orten stattfinden wird, ostdeutsche Perspektiven in den Vordergrund.
In den Metropolen der Republik war die Diagnose über den Osten lange recht einhellig: Man hätte dort eben nie richtig Demokratie gelernt und auch die sogenannte Zivilgesellschaft würde man hier eben nicht hinbekommen. Die "Wende" – Gescheitert. Die Mauer – Am besten wieder hochziehen. Paradoxerweise ist es genau diese vermeintlich nicht existente Zivilgesellschaft, von der man gleichzeitig verlangt die Probleme im Osten nun doch endlich zu lösen, die man zu oft mit dieser Arbeit alleine lässt. Gemeinsam mit dem Autor Hendrik Bolz will das Berliner Ensemble die Zivilgesellschaft Ostdeutschlands sichtbar machen: Wer sind die Menschen, die entgegen aller Pauschalisierungen über "den Osten", tagtäglich für eine offene und demokratische Gesellschaft kämpfen? Welche Erfahrungen haben sie in den letzten 35 Jahren nach der Wende gemacht?